21.03.2024
Pastoralreferent Andreas Dandorfer von der Fachstelle „Ehe und Familie“ des Bistums Regensburg hielt vergangene Woche an der Grundschule Pfatter einen Vortrag zum Thema „Mut zum Nein – liebevoll und wirkungsvoll Grenzen setzen“. Grenzen würden nur auf der Basis von Liebe, einer guten Bindung und Wertschätzung funktionieren. „Grenzen setzen ist anstrengend,“ so Dandorfer, es habe jedoch nichts mit Bestrafung zu tun. Grenzen bräuchten Kinder für ihre Entwicklung, sie müssten ihnen jedoch erst gelernt werden. Bei Babys seien anstelle von Grenzen Zuneigung und Aufmerksamkeit wichtig, in der Autonomiephase – etwa im Alter von zwei bis drei Jahren – würden die Kinder ihre Grenzen austesten. Wie diese Grenzen liebevoll gesetzt werden, vermittelte der Referent anhand von Beispielen aus dem Alltag. Zudem gab er viele realistische Tipps. Grenzen setzen heiße, die Konsequenzen dem Kind bereits mitgeteilt oder darüber nachgedacht zu haben. Eine natürliche Folge sei beispielsweise, wenn es über die Schnürsenkel stolpert, weil es der Bitte um das Schuhbinden nicht nachgekommen sei. Eine logische Folge, wenn trotz des Hinweises „Sonst gibt’s keinen Nachtisch“ die selbst auf den Teller gehäufte Mahlzeit nicht aufgegessen werde. Um einem Gequengel an der Supermarktkasse vorzubeugen, sollte schon vor dem Einkaufen die „Belohnung“ abgesprochen werden. Eltern müssten mehr auf ihr Bauchgefühl hören, zu viele Grenzen würden eingrenzen. Auch komme es darauf an, welche Werte den Eltern selbst wichtig seien. „Es gibt keine absolute Pädagogik, jedes Kind ist ein anderes und will anders behandelt werden.“ Diese nach wie vor gültige Aussage stamme von dem bereits 1900 verstorbenen Pädagogen Ludwig Adolf Wiese. Richtig dosierte und richtig gesetzte Grenzen sollen helfen, einen richtigen Weg zu finden. „Wer es der Jugend so leicht macht, macht es ihr schwer“ zitierte Dandorfer den italienischen Schauspieler Gino Cervi. Die autoritative Erziehung, eine Mischung aus autoritär und Laissez-faire, erlaube Freiheit in Grenzen. Das magische Dreieck sei hier die Gewährung von Eigenständigkeit, das Fordern und Grenzen setzten sowie Liebe und Zuneigung. Rektorin Lydia Bauer bedankte sich auch im Namen der Lehrer- und Elternschaft bei Andreas Dandorfer für den interessant und lehrreich, aber auch sehr unterhaltsam gestalteten Vortrag.
